Sonne im Nordosten / Sun in the northeast (15. Tag / Day 15)

(English version below)

Gestern wollte ich nach der Besichtigung des Krafla-Kraftwerks noch ein Foto bei der neuen Ladestation am Schwimmbad Jarðböðin beim Mývatn machen. Tja… da stand da ein E-Golf und war an der Ladestation angeschlossen. Das war das erste Mal, dass ich eine besetzte Ladestation erlebte. Naja, ich war ja nicht auf einer Tagesetappe und auf das Laden angewiesen. Heute Morgen bin ich als erstes nochmal dort hin und das die Fotos sind hier bei plugshare zu sehen.
Erstes Zwischenziel heute war das sehenswerte Automuseum in Ystafell. Dort war ich schon oft und wollte auch diesmal den Fortschritt beim „Holz-LKW“ sehen und natürlich Sverrir, dem Museumsleiter, mein Elektromotorrad vorführen. Er hörte mich gar nicht kommen, als er gerade die Fahne auf dem Vorplatz hisste. In den fast 1,5 Stunden Aufenthalt mit nettem Gespräch und Besichtigung (siehe Bilder und Bildunterschriften) konnte das Motorrad immerhin von 38 % auf 57 % aufladen (Rangegewinn von 51 km auf 74 km). Dort habe ich auch gelernt, dass in Island die normalen Steckdosen eher mit 10 A statt 16 A abgesichert sind. Das erklärt natürlich, warum das Schuko-Laden mit einem „halben Schnelllader“ (15 A) nicht klappen konnte.

Auf dem Weg nach Húsavík machte ich mir Gedanken, was wäre, wenn die Ladestation dort besetzt wäre. Das erwies sich aber unnötig, siehe Bilder. Noch hatte ich deutlichen Gegenwind, was sich nach der Umrundung der Halbinsel Tjörnes änderte. Das Wetter wurde auch besser, die Sonne kam endlich durch die Wolken! Nur kalt blieb es trotzdem.
Da es von Húsavík nach Þórshöfn 158 km sind, war klar, dass ich irgendwo zwischendrin zumindest eine kurze Zeit nachladen muss. Aufgrund der Temperatur und des Windes konnte ich keine Reichweitenwunder erwarten. Zwei Möglichkeiten hatte ich geplant: Ásbyrgi Infocenter oder in Kópasker. Letzteres bedeutete aber einen Umweg von 8 km.

Ich fragte die junge Dame im Infocenter nach einer Lademöglichkeit, ggf. normale Steckdose in der Hoffnung, dass dieses moderne Gebäude vielleicht mit 16 A Sicherungen ausgestattet ist. Diese Frage ließ die Frau dann allerdings zum Chef gehen und fragen. Den sah ich zwar nicht, aber sie kam mit dem Vorschlag zurück, ich könne am Campingplatz an den Campingsteckdosen dort laden „But that costs 1000 ISK“. Ich lehnte eine Bezahlung in der Höhe ab, auch nach der Zusatzinformation „It’s for 24 hours“ ;-). Siehe hierzu meine Ausführungen im Artikel „Laden in Island“. Ich hatte noch 53 % im Akku und hätte maximal 5 kWh geladen, was beim isländischen Strompreis eine Gebühr von 40 ISK (!) bedeutet hätte, Faktor 25 kann man da durchaus als Wucher bezeichnen. (Das gleiche gilt übrigens für die ON-Stationen, wobei diese Infrastruktur ja neu aufgebaut wurde und auch DC-Schnellladung zur Verfügung stellt, die mir aber nichts nützt).

Mit einer Schleichfahrt hätte ich es vielleicht sogar bis zur Unterkunft geschafft, aber ich wählte Plan B und fuhr nach Kópasker. Dort steuerte ich gleich ins kleine Gewerbegebiet und landete mal wieder bei einer sehr freundlichen Autowerkstatt, mit Kaffee, nettem Gespräch und Interesse am Elektromotorrad. Nachdem der Ladebeginn an der kleineren roten Drehstomsteckdose aber auch erstmal die Sicherung fliegen ließ, konnte ich dann erstmals wirklich den größeren Drehstrom-Adapter einsetzen, den ich gebaut hatte.
20 Minuten später war ich wieder entspannt unterwegs auf einer sehr schönen Strecke bis nach Þórshöfn zu meiner Unterkunft.
Das waren fast 300 km Fahrt heute. Die letzte Etappe am Mittwoch wird nur 230 km lang, es gibt genug Nachlademöglichkeiten von Orkusalan und das Wetter wird wärmer, sonniger und ich habe Rückenwind. Ein schöner Abschluss.

(English version)

Yesterday, after visiting the Krafla power plant, I wanted to take a picture of the new charging station at Jarðböðin swimming pool near Mývatn. Well … there was already an E-Golf connected to the charging station. This was the first time I had an occupied charging station. Well, I was not on a day’s stage and relied on the charging. This morning I went there first and the photos can be seen here on plugshare.
The first stopover today was the interesting car museum in Ystafell. I’ve been there many times and wanted to see the progress of the „wood truck“ again this time and, of course, show my electric motorcycle to Sverrir, the museum manager. He did not hear me coming as he hoisted the flag on the forecourt. In the nearly 1.5 hours of stay with a nice conversation and visit of the truck (see pictures and captions), the motorcycle was able to charge at least from 38 % to 57 % (Range gained from 51 km to 74 km). There I also learned that in Iceland the normal outlets are more likely to be protected with 10 A instead of 16 A. This of course explains why the standard plug charging could not work with a „half of my quick charger“ (15 A).

On the way to Húsavík, I wondered what if the charging station there would be occupied. This turned out to be unnecessary, see pictures. I still had a clear headwind, which changed after the circumnavigation of the Tjörnes peninsula. The weather also got better, the sun finally came through the clouds! But it remained quite cold.
Since it is 158 km from Húsavík to Þórshöfn, it was clear that I would have to recharge at least a short time somewhere in between. Due to the temperature and the wind, I could expect no range miracle this time. I had two options planned: Ásbyrgi information center or in Kópasker. The latter meant a detour of 8 km.

I asked the young lady in the Infocenter for a charge, possibly at a normal outlet in the hope that this modern building may be equipped with 16 A fuses. This question, however, let the woman go to the boss and ask. Although I did not see him, she came back with the suggestion that I could load at the campsite at the sockets there „But that costs 1000 ISK“. I refused a payment in that height, even after the additional information „It’s for 24 hours“ ;-). See my remarks in the article „Loading in Iceland“. I still had 53 % in the battery and would have charged a maximum of 5 kWh, which would have meant a fee of 40 ISK (!). With the Icelandic electricity prices, a factor of 25 can be described as extortion. (The same applies by the way to the ON stations, although this infrastructure was indeed rebuilt and also provides DC fast charge, which is nevertheless not useful to me).

With a crawl drive, I might even have made it to the accommodation, but I chose Plan B and drove to Kópasker. There I drove right into the small business park and landed again at a very friendly garage, with coffee, nice conversation and interest in my electric motorcycle. But the start of charging at the smaller red three-phase socket let the fuse blow out. So I could then for the first time really use the larger three-phase adapter, which I had built. 20 minutes later I was relaxed again on a very nice route to Þórshöfn to my accommodation.
That was almost 300 km drive today. The final stage on Wednesday is only 230 km long, there are some of charging opportunities from Orkusalan and the weather is getting warmer, sunnier and I have tailwind. A nice ending.

 

Ein Gedanke zu “Sonne im Nordosten / Sun in the northeast (15. Tag / Day 15)

  1. „There I also learned that in Iceland the normal outlets are more likely to be protected with 10 A instead of 16 A“
    Here is a tip might be useful for future trips. Nearly all washing machine and dryer outlets in Iceland are protected with a 16A fuse. So you are likely to have 2 separately fused 16A outlets side by side.

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